hochzeitsfotografie

  • Christian Pöllmann

immer wieder werde ich gefragt, ob die hochzeitsfotografie nicht mehr "übel" als "freude" für mich ist und genauso häufig rede ich mich beim antworten in einen strudel der begeisterung. weshalb soll das festhalten eines ereignisses, das beispielhaft für "freude, liebe, hoffnung" steht, ein "übel" sein. für mich ist es jedesmal eine herausforderung, der ich mich mit freude stelle und die stets mit der gleichen vorbereitungsroutine beginnt.
zunächst steht da das kennenlernen des brautpaares: sind sie nett, zurückhaltend, schüchtern, von sich überzeugt, fotogen ... dann das darauf folgende probeshooting: wie harmonieren wir miteinander? ist zuviel show/posing im spiel oder läuft alles natürlich, kann mich das brautpaar ausblenden und ganz wichtig: können wir miteinander lachen? und dann ist auch schon der tag vor dem großen tag da: die akkus werden noch einmal geladen (sie sind es natürlich längst), die kameras und das equipment werden gecheckt und in die diversen koffer gepackt, stative, licht, reflektoren, hintergrundsysteme, seifenblasen für gelangweilte kinder und das eine oder andere "helferlein" (wie z.b. nagellack zur nylonrettung ;-) werden zum verladen bereitgestellt.
ich spüre selbst nach einer mittlerweile stolzen anzahl an hochzeitsshootings am vorabend einer hochzeit noch immer ein nervöses kribbeln. ist das licht in der kirche ausreichend, lässt mich der/die pfarrer/-in agieren oder zickt er/sie, erwische ich den richtigen moment und ... gefallen meine bilder am ende dem brautpaar? und plötzlich ist er da, der große tag meines brautpaares (für mich ist es immer unser Tag, denn ich bin meist so nah am brautpaar, dass es sich anfühlt, als würden wir drei heiraten ;-)!
das kribbeln und die freude auf das zusammentreffen mit dem brautpaar und deren gästen nehmen zu. ich versuche beim zusammentreffen, braut und bräutigam die nervosität zu nehmen und werde dabei selbst von minute zu minute lockerer. ich taxiere die gäste und suche mir meine "verbündeten" aus. sympathische gäste, mit denen ich oft nur augenkontakt aufnehme und die mir auf wundersame weise helfen, indem sie die menschen um sich herum "zu mir mitnehmen" (so richtig erklären kann ich es nicht, aber es funktioniert jedesmal). ich liebe die suche mit der kamera nach den kleinen versteckten gesten und begebenheiten und genau dafür bietet ein hochzeitsfest die ideale plattform.
mein ziel ist es, mit der kamera die emotionen des tages so einzufangen, dass diese auch nach vielen jahren beim betrachten der bilder noch spürbar werden und begeistern. nicht mehr , aber auch kein bisschen weniger!


nach dem fest ist vor der arbeit ... während das brautpaar bereits auf dem weg in die flitterwochen ist, beginnt jetzt die eigentliche arbeit!
sichern, sichten, sortieren und bewerten der bilder. eine fotoauswahl für das brautpaar erstellen und diesen dann die bilder ("out of cam" = unbearbeitet) via internet in meine fotocloud zu stellen. jetzt kann mein brautpaar die bilder bereits im urlaub in aller ruhe durchsehen, bewerten, kommentieren und eine auswahl an bildern treffen, die ich im anschluss daran bearbeite. spätestens jetzt taucht meist die frage auf, ob ich so schlecht fotografiere, dass ich die bilder zeitraubend bearbeiten muss. natürlich nicht! aber es gilt jetzt eben, fotos zu beschneiden, gewünschte szenen herauszuarbeiten, weissabgleiche zu korrigieren, schärfebereiche hervorzuheben, helles abzusoften und dunkles aufzuhellen, unschärfen zu setzen um wiederum andere bereiche hervorzuheben ...
und am ende der tage (meist dauert das ganze 5-7 tage) wandern die fertigen bilder zurück in die fotocloud, von wo sich mein brautpaar seine fertigen hochzeitsbilderbilder herunterladen kann.

 

© 2017 Christian Pöllmann webdesign bauer+bauer

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