gedanken zu bewertungen im internet

  • Christian Pöllmann

es reizt mich bereits seit jahren, offen und ehrlich meine meinung über bewertungen/beurteilungen im internet zu äußern (quasi eine beurteilung der beurteilungen;-). ein kritisches betrachten dieser erscheinung aus der virtuellen welt hat allerdings nicht selten zur folge, dass man im anschluss den verdacht auf sich zieht, man würde wunden lecken - dem ist nicht so und wer es nicht glaubt, sollte an dieser stelle aufhören, meine "zu papier" gebrachten geistigen ergüsse zu lesen.
solange die große mehrheit unserer gesellschaft - schuldlos, da so erzogen - stets nach fehlern und negativen dingen sucht, ist der sinn solcher plattformen äußerst bedenklich. In der schule geht es ja bereits damit los: da werden am rand der arbeiten die fehler mit strichen markiert und am ende ergeben viele striche ein desaströses ergebnis, sprich eine schlechte note.
weshalb ist es denn nicht möglich, die richtigen punkte anzustreichen, diese zu addieren und zu einer note zu errechnen? Und das zieht sich durch ... bis zur bewertung im internet. bleibt die frage, wer sich eigentlich erlaubt, über andere zu urteilen. die meisten, die ich beurteilend erlebe sind entweder sehr von sich und ihren fähigkeiten überzeugt (dazu zählen erwachsen gewordene, verwöhnte einzelkinder, denen man bereits seit geburt aus falscher liebesbezeugung eintrichtert, sie seien die größten|besten|prinzessinen|prinzen ...dann gibt es da die neureiche, die hobbyköche, die nach einem weber-grill-seminar meinen, alles über die zubereitung von rohem fleisch zu wissen, hobbyhoteltester, hobbydramaturgen, hobbysomeliers, hobbymusiker, hobbybuchkritiker... ich habe es selbst oft genug erlebt, dass mir ein gast, der regelmäßig irgendwelche unsägliche kochshows im fernsehen verfolgt, erzählen wollte, wie ich es künftig bessere machen muss. dafür bin ich nun zwei jahre in einem sterneladen zum koch ausgebildet worden, habe zweieinhalb jahre hotelfachmann gelernt und meinen meister abgelegt. nicht, dass ich probleme damit hätte, gut gemeinte ratschläge anzunehmen, aber es geht in den meisten fällen nicht ums "gutmeinen", sondern um ein "besserwisserisches schlaumeiern" und um ein "frustablassen", "sich-groß-machen" indem man andere klein redet, ums "klugscheißen" (meine frau wird mich wegen dieses ausdrucks kritisieren ;-) und das kotz mich und nicht wenige meiner kollegen an. es gibt gäste, da wetten (auch meine) mitarbeiter darauf, dass er/sie wieder etwas weiß. ich stelle immer häufiger fest, dass  genau diejenigen wild drauflos urteilen, die in der sicherheit irgendwelcher dicker firmenmauern montags bis freitags am schreibtisch beurteilungsfrei dem wochenende entgegenfiebern. und am wochenende wachen Sie dann auf! dann leben sie! dann mutieren sie zu hobbyrichtern im virtuellen universum. Die richter holdts unserer Tage!
leider machen sich nur die wenigsten die mühe, gute leistungen im internet auf den unterschiedlichsten plattformen zu kommentieren. von einer guten leistung kann man ja auch aus gehen. schließlich zahlt man ja dafür. wenn aber mal ein fehler entdeckt wird, dann sagt man es nicht demjenigen taktvoll unter vier augen und gibt ihm damit die chance, sein leistungsniveau zu verbessern - NEIN! das muss raus in die welt! das sollen alle hören. da wird dann darauf herumgeritten und die leistung bis ins kleinste zerfleddert. wie beim straßenkampf der heutigen generation! kein respekt, keine empathie, keine gnade ...und wenn er/sie am boden liegt, wird nochmal kräftig (in diesem fall gott sein dank"nur" verbal) gegen den kopf getreten. ich selbst käme nie auf die idee, mich im internet über dinge auszukotzen. aber wahrscheinlich hat dies etwas mit erziehung und einer positiven grundeinstellung zu tun, die zunächst einmal davon aus geht, dass das gegenüber stets das beste möchte und versucht. Ich war erst letzte woche (nicht ganz billig) in einem nürnberger szenelokal essen. der Mann im service ungelernt, aber von einer begeisternden liebenswürdigkeit und bemühtheit! und dann kam unser essen. meine frau bekam, was sie bestellte, ich bekam ein gericht, das ich nicht bestellt hatte und nie bestellt hätte. es war phantastisch, ich habe es genossen und der kellner glücklich und aufmerksam bis zu unserer verabschiedung. ich hätte ihn mit einer leichtigkeit fachlich in sämtliche einzelteile zerlegen können! und dann? klar hätte ich es ihm sagen können. und dann? klar könnte ich weltweit alle jetzt warnen! und dann? ich hatte trotz des "falschen" gerichtes einen schönen abend, er hatte einen schönen abend mit mir/uns und ich würde wieder hingehen. ich teile viel lieber ausschließlich gute erfahrungen! und das tut auch mir viel besser, als immer nur negativ ... denkt darüber nach!

hochzeitsfotografie

  • Christian Pöllmann

immer wieder werde ich gefragt, ob die hochzeitsfotografie nicht mehr "übel" als "freude" für mich ist und genauso häufig rede ich mich beim antworten in einen strudel der begeisterung. weshalb soll das festhalten eines ereignisses, das beispielhaft für "freude, liebe, hoffnung" steht, ein "übel" sein. für mich ist es jedesmal eine herausforderung, der ich mich mit freude stelle und die stets mit der gleichen vorbereitungsroutine beginnt.
zunächst steht da das kennenlernen des brautpaares: sind sie nett, zurückhaltend, schüchtern, von sich überzeugt, fotogen ... dann das darauf folgende probeshooting: wie harmonieren wir miteinander? ist zuviel show/posing im spiel oder läuft alles natürlich, kann mich das brautpaar ausblenden und ganz wichtig: können wir miteinander lachen? und dann ist auch schon der tag vor dem großen tag da: die akkus werden noch einmal geladen (sie sind es natürlich längst), die kameras und das equipment werden gecheckt und in die diversen koffer gepackt, stative, licht, reflektoren, hintergrundsysteme, seifenblasen für gelangweilte kinder und das eine oder andere "helferlein" (wie z.b. nagellack zur nylonrettung ;-) werden zum verladen bereitgestellt.
ich spüre selbst nach einer mittlerweile stolzen anzahl an hochzeitsshootings am vorabend einer hochzeit noch immer ein nervöses kribbeln. ist das licht in der kirche ausreichend, lässt mich der/die pfarrer/-in agieren oder zickt er/sie, erwische ich den richtigen moment und ... gefallen meine bilder am ende dem brautpaar? und plötzlich ist er da, der große tag meines brautpaares (für mich ist es immer unser Tag, denn ich bin meist so nah am brautpaar, dass es sich anfühlt, als würden wir drei heiraten ;-)!
das kribbeln und die freude auf das zusammentreffen mit dem brautpaar und deren gästen nehmen zu. ich versuche beim zusammentreffen, braut und bräutigam die nervosität zu nehmen und werde dabei selbst von minute zu minute lockerer. ich taxiere die gäste und suche mir meine "verbündeten" aus. sympathische gäste, mit denen ich oft nur augenkontakt aufnehme und die mir auf wundersame weise helfen, indem sie die menschen um sich herum "zu mir mitnehmen" (so richtig erklären kann ich es nicht, aber es funktioniert jedesmal). ich liebe die suche mit der kamera nach den kleinen versteckten gesten und begebenheiten und genau dafür bietet ein hochzeitsfest die ideale plattform.
mein ziel ist es, mit der kamera die emotionen des tages so einzufangen, dass diese auch nach vielen jahren beim betrachten der bilder noch spürbar werden und begeistern. nicht mehr , aber auch kein bisschen weniger!


nach dem fest ist vor der arbeit ... während das brautpaar bereits auf dem weg in die flitterwochen ist, beginnt jetzt die eigentliche arbeit!
sichern, sichten, sortieren und bewerten der bilder. eine fotoauswahl für das brautpaar erstellen und diesen dann die bilder ("out of cam" = unbearbeitet) via internet in meine fotocloud zu stellen. jetzt kann mein brautpaar die bilder bereits im urlaub in aller ruhe durchsehen, bewerten, kommentieren und eine auswahl an bildern treffen, die ich im anschluss daran bearbeite. spätestens jetzt taucht meist die frage auf, ob ich so schlecht fotografiere, dass ich die bilder zeitraubend bearbeiten muss. natürlich nicht! aber es gilt jetzt eben, fotos zu beschneiden, gewünschte szenen herauszuarbeiten, weissabgleiche zu korrigieren, schärfebereiche hervorzuheben, helles abzusoften und dunkles aufzuhellen, unschärfen zu setzen um wiederum andere bereiche hervorzuheben ...
und am ende der tage (meist dauert das ganze 5-7 tage) wandern die fertigen bilder zurück in die fotocloud, von wo sich mein brautpaar seine fertigen hochzeitsbilderbilder herunterladen kann.

 

Überlegungen

  • Christian Pöllmann

in letzter zeit wurde ich immer wieder gefragt, warum man meine fotos nicht kommentieren kann und weshalb man nicht benachrichtigt wird, wenn es neuigkeiten auf meinem blog gibt. würde ich all dies bieten wollen, müsste ich ja nur auf facebook, instagram & co. bleiben und dort meine fotos posten, aber genau das möchte ich eben nicht mehr! zumindest nicht in der dort üblichen intensität.
der heutige aufruf zum besuch meines blogs auf facebook soll hier die ausnahme bleiben!

kein ewiges "sie haben nachrichten", kein nervendes "ich weiß was"!
wer sich für meine fotos und texte interessiert, kann ein lesezeichen anlegen und regelmäßig nach neuen einträgen sehen, wenn ihr oder ihm danach ist.
wer keinen bock hat, lässt es einfach heute bleiben und schaut morgen nach. oder übermorgen. oder überübermorgen ...
damit bleibt euch das lästige anmelden erspart, mein blog bleibt "kontaktfrei" = sauber, und ich bleibe verschont von noch mehr anonymen mailaufforderungen zu zügellosem sex zu zweit, zu dritt, zu viert ... ;-) - auch wenn ich versuche, mir einzureden, diese aufforderungen kämen gezielt und nur an mich ;-), am ende nervt der sexangebotszunami.

kommentare? ...
klar tut es gut zu lesen, dass das eine oder andere foto gefällt, aber ganz ehrlich? mit fotos ist es doch wie mit dem geschmack, über den man bekanntlich nicht streiten kann. deshalb lass ich es von anfang an bleiben.
wer mit mir in kontakt treten möchte, der kann, darf und soll dies gerne tun. nicht über kommentare, sondern, per mail oder telefon! ich freue mich darauf!

ausstellungstag

  • Christian Pöllmann

heute war ich im "neuen museum" in nürnberg.
die beschäftigung mit moderner kunst tut mir gut, denn ich muss jedesmal vorher alle vorgefertigten meinungen über den haufen werfen, um spaß zu haben und um mich unvoreingenommen auf den einen oder anderen toleranzkampf einzulassen. und plötzlich wird dann aus einem "das kann doch jeder" ein beeindruckendes Kunstwerk, das eben nicht "jeder" kann.

und ich war kurz im germanischen, um nach einer tasse tee der ausstellung des international anerkannten "bubenreuther" fotografen jürgen teller den vorrang zu geben. das geilste dran waren definitiv nicht seine fotos, sondern die geistigen blähungen einiger weniger "echter kunstkenner". ich empfand es als nichts anderes, als reine provokation des künstlers und als eine ganzen wagenladung voller "HUUURRRZZZZZ"

petra

  • Christian Pöllmann

petra hab ich "auf facebook" getroffen, wo sie meine bilder... wie heißt das jetzt, likete, geliked hat ... - blödes denglisch!
auf jedenfall meinte sie, sie sei für fotos von sich nicht zu begeistern und überhaupt, gefalle sie sich auf bildern nie! keine herausforderung, aber eine provokation, die es zu erwiedern galt!

sophie

  • Christian Pöllmann

vor drei jahren hatten wir zum erstenmal das fotografische vergnügen miteinander ... obwohl ich sie bereits ihr ganzes leben lang kenne!
sophie ist meine nichte und mittlerweile wurde aus dem hübschen mädchen eine weitgereiste, nicht weniger hübsche frau, mit der es viel spaß gemacht hat, den nachmittag zu verbringen!



sonntag, 5. februar 2017

  • Christian Pöllmann

die meisten sonntage im jahr beginnen entspannter als die restlichen wochentage.
zum einen, weil hotel-samstage oft lang in den sonntag morgen hineinreichen und zum anderen, weil sonntags meist der büroalltag in deutschalnd ruht.

gelegenheit, mit havanna, unserer labradorhündin, ausgedehnte spaziergänge rund um die fränkischen karpfenweiher zu unternehmen.
... und mit meiner kamera ;-)

männertag

  • Christian Pöllmann

gestern war fotografisch gesehen der tag der männermodels.
nachdem ich fünf mitglieder der geschäftsleitung einer großen firmenkette im erlanger studio fotografieren durfte, bekam ich besuch von marcel.
jetzt sind bubenfotos eigentlich nicht meine stärke, aber wir hatten viel sehr viel spaß und ich meine, die ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

wenn auch ihr lust auf portraits habt: meldet euch! ich freu mich drauf!

Weiterlesen: männertag

weshalb jetzt auch noch einen blog

  • Christian Pöllmann

bereits seit langem gehe ich mit dem gedanken schwanger, einen blog einzurichten, der mich meine bilder und meine sicht der dinge veröffentlichen lässt, ohne dass es diese gleich auf meine homepage "schaffen" müssen.
klar - da gibt es facebook & co., aber die nerven allein aufgrund der sich inflationär verbreitenden rechtschreib- und grammatikfehler. von Gewalt- und anderen videos oder gar posts gar nicht zu sprechen!
nicht, dass ich fehlerfrei schreibe (alles klein zu schreiben ist auch nicht korrekt), aber zumindest grammatikalisch klappt das meist ganz gut.

auch meine bilder, die unterwegs meist mit einem iphone7+ festgehalten werden, möchte ich hier zeigen.

ich wünsche euch viel spaß und freue mich auf eure regelmäßigen besuche!

© 2017 Christian Pöllmann webdesign bauer+bauer

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